Nicola Krippl
Heidelberg/Mannheim | Humanmedizin

Meine Motivation: Ich möchte mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen können. Dafür braucht es Ärzt*innen, die wertschätzende Kommunikation und Fehlerkultur leben. Ich brenne für die Normalisierung bisher noch tabuisierter Themen (Psyche, Sexualität, Fluchterfahrung…) – ihr Ansprechen muss als Selbstfürsorge und nicht länger als Schwäche betrachtet wird.

Jeanette Hohneker Göttingen | Humanmedizin

Die Welt der Medizin ein klitzekleines bisschen besser machen – aber wie? Vieles läuft gut in Lehre, Wissenschaft und Patientinnenversorgung, an manchen Stellen gibt es Potenzial für noch bessere Lösungen. Genau deswegen hat mich das Konzept des Suture Work Collective Networks so begeistert, da hier motivierte und engagierte junge Menschen aus den Life Sciences zusammenkommen, die gemeinsam lernen und etwas bewegen möchten. Mich persönlich treiben so einige Themen in der Medizin um. Da wären zum Beispiel die Repräsentation der Diversität der Patientinnenbevölkerung in der Lehre und Studierendenschaft, die Schaffung besserer Ausbildungsbedingungen für junge Ärztinnen, die die Ausbildungszeit (er)lebenswerter machen, aber auch die Veränderung der Qualität der Patientinnenversorgung, bei der der Mensch als Individuum wieder im Fokus steht.
Von der Teilnahme am Suture Work Collective erhoffe ich mir spannenden und fordernden Input von Menschen, die bereits ihren eigenen Weg gefunden haben, etwas in der medizinischen Welt zum Positiven zu bewegen. Dabei bekommen wir Einblick in verschiedene Bereiche, in denen auch wir potenziell etwas beitragen und verändern können. Dies alles wird meinen Horizont über das Curriculum des Medizinstudiums hinaus wertvoll bereichern und neben meiner professionellen auch zu meiner persönlichen Entwicklung beitragen. Ich freue mich bereits darauf das ganze neugewonnene Wissen und die Denkanstöße zusammen mit den anderen Teilnehmer*innen fruchtbar in die Projektphase einbringen zu können, um dann in der Zukunft zusammen mit den Profitierenden der Projekte, die Früchte unserer Arbeit ernten zu können.

Vanessa Wolthaus Göttingen | Humanmedizin

Das vielfältige Programm des Suture Work Collective bietet eine tolle Gelegenheit den Blick über das verschulte Medizinstudium zu werfen und nicht nur der Frage nachzugehen, wie wir arbeiten möchten, sondern auch wie diese Vorstellungen umsetzbar sind. Die Themen Kommunikation, mentale Gesundheit, Selbstreflexion und Werteorientiertheit haben im Gesundheitssystem und im ärztlichen Alltag einen großen Stellenwert, fallen jedoch schnell unter den Tisch. Es macht mir Spaß, darüber nachzudenken, wie Probleme durch innovative und kreative Lösungen behoben werden können und ich versuche Krisen als Chancen der Veränderung zu sehen. Im Rahmen von Auslandsaufenthalten in Singapur, Sri Lanka und Kopenhagen habe ich die Erfahrung gemacht, dass dies am besten im Team durch das Einbringen von unterschiedlichen  Erfahrungen und individuellen Kompetenzen möglich ist.

Themen, die mich interessieren sind:

– Ernährung als Risikofaktor „Nummer 1“ für viele chronische Krankheiten und wie ein besseres Bewusstsein dafür ganzheitlich, präventiv und therapeutisch ohne erhobenen Zeigefinder vermittelt werden kann.

– Wie Nachhaltigkeit und Gesundheitssystem verbunden werden können.

– Digital Health und wie die Medizin der Zukunft aussehen wird.

Ich freue mich auf die Projektphase und bin gespannt, was sich daraus entwickelt!

Paul Rostin
Kiel | Humanmedizin

Bei meiner Bewerbung auf das Medizinstudium dachte ich, die perfekte Kombination aus wissenschaftlicher/medizinischer Theorie und praktischer, zwischenmenschlicher Kommunikation gefunden zu haben. Im Verlauf des Studiums musste ich dann aber feststellen, dass der Großteil der Lehre doch sehr auf der Theorie fußt und sich wenig mit der Patientenkommunikation oder der Kommunikation innerhalb der Gesundheitsberufe beschäftigt. Das Suture Work Collective bietet die Gelegenheit, diese Aspekte aufzuarbeiten und sich mit anderen, inspirierenden Studierenden darüber auszutauschen.

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Perspektiven, nach gemeinsamem Austausch und persönlicher Weiterentwicklung. Aus den Möglichkeiten und Chancen, die sich mir im Rahmen des Medizinstudiums geboten haben, ergibt sich für mich auch die Verantwortung, den klinischen Alltag und die Behandlung der Patienten zu verbessern. Daher freue ich mich darauf, neue Ansätze dazu gemeinsam im Rahmen des Suture Work Collectives zu diskutieren.  

Julia Hikel
Mannheim | Humanmedizin

„Das haben wir schon immer so gemacht!“ – ein Satz, der neben „Make America great again!“ für viele Probleme in der Weltgeschichte verantwortlich ist – und leider immer noch viel zu oft als Ausrede in verschiedensten Situationen verwendet wird.

Genau deswegen habe ich mich ungemein gefreut, als ich vom Suture Work Collective erfahren habe: Eine ganze Truppe voller hochmotivierter Denker*innen, die Freude daran finden, bestehende Missstände zu analysieren, Lösungsansätze zu entwerfen und die keine Angst haben visionäre Zukunftsideen an die Wand zu malen. Dinge, die weder im Studium noch im Krankenhausalltag Raum finden.

Seit der Mittelstufe wusste ich, dass ich unbedingt Medizin studieren will. Die Mischung aus angewandter Naturwissenschaft und erforderter psychologischer Feinfühligkeit hat mich damals schon tief fasziniert und tut es nach 5 Jahren Studium noch immer.

Inzwischen habe ich schon ein großes Stück meiner Studienzeit hinter mir und Einblicke in verschiedene Bereiche bekommen. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass es fachübergreifend auf allen Positionen sehr häufig frustrierte und / oder zynische Mitarbeiter*innen gibt – und bei gezielter Nachfrage fangen die meisten Antworten so an: „Also eigentlich macht mir meine Arbeit ja total Spaß und es ist ein sehr sinnvoller Job, ABER…“. Dann folgen diverse Argumente, deren Essenz lautet: Zu wenig Zeit für die Patient*innen, zu viel Stress, schlechte Bezahlung, miese Arbeitszeiten. 

Seither treibt mich die Frage um, wie es gelingen kann, die helle Freude an der Medizin beizubehalten und weiterzutragen, ohne in dieses Klinikalltag-Hamsterrad zu gelangen, das entweder auf Kosten meiner zukünftigen Patient*innen oder gar auf meine eigene (psychische) Gesundheit geht. 

Dank des tatkräftigen Engagements von Meike und Caro, den Gründerinnen des Suture Work Collective, habe ich nun die Möglichkeit, Antworten auf diese Frage zu finden – und auf Fragen, von denen ich bisher noch nicht wusste, dass ich sie habe. In der Hoffnung, gemeinsam mit allen Teilnehmer*innen bald sagen zu können: „Das haben wir zwar schon immer so gemacht – aber so geht’s besser!“