New work – new was?

Buzzword, hohle Phrase oder Gamechanger?

Den meisten ist der Begriff nicht neu, doch so eine richtig einheitliche Definition ist schwer zu finden. Der Philosoph Frithjof Bergmann, der gemeinhin als „geistiger Vater“ des New Work-Konzeptes gilt, prägte bereits in den 1970er Jahren den Ausdruck der „Arbeit, die man wirklich, wirklich will“. Viele andere entwickelten das Konzept weiter, interpretierten es immer wieder neu. Der Psychologe Markus Väth entwickelte beispielsweise die New Work Charta, die fünf zentrale Elemente herausarbeitet:

  • Freiheit
  • Selbstverantwortung
  • Sinn
  • Entwicklung
  • Soziale Verantwortung

Klingt zunächst recht einleuchtend, aber irgendwie auch abstrakt und unkonkret.

New Work und Medizin – wie passt das zusammen?

Flexible Arbeitszeiten und die Arbeit aus dem Home Office sind im Krankenhaus- und Praxisalltag natürlich nicht in dem Maße umzusetzen, wie es bei Bürojobs der Fall ist. Trotzdem ist es möglich, individuelle Lösungen zu finden, die den individuellen Lebenslagen gerecht werden. Ansätze finden sich zum Beispiel in der Broschüre Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Krankenhaus. Aber auch die Digitalisierung hilft, die Arbeit zu flexibilisieren und Prozesse zu verkürzen. Ein weiterer, ganz einfacher Ansatz wäre die Einführung wirklich realistischer Personaluntergrenzen, die der Arbeitdsverdichtung und Überlastung vorbeugen.

Gleichberechtigung, oder besser: Chancengleichheit, und Diversität sind ein Thema, das seit Jahrzenten in aller Munde ist, die Erfolge aber leider überschaubar sind. Ob es um die Verteilung von Forschungsgeldern und Professuren, die Benachteiligung von Müttern während der Facharztausbildung und im späteren Karriereverlauf oder offene Diskriminierung gegenüber nicht-stereotypen ÄrztInnen geht – hier liegt noch viel zu viel im Argen.

Ganz anders sieht es schon bei dem Punkt Selbstbestimmung aus. Flache Hierarchien und agile Arbeitsmechanismen werden seit Jahrzenten immer wieder gefordert, sind aber immer noch kein Standard. Ein ganz wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang auch die interprofessionelle Zusammenarbeit, die viel mehr in den Fokus rücken muss.

Die Sinn-Problematik ist ein weiterer neuralgischer Punkt. Jährlich stürzen sich Hunderte Medizinstudierende, Pharmaziestudierende, PflegeschülerInnen, HebammenschülerInnen und dergleichen voller Tatendrang und Idealismus in ihre Ausbildung, um im Verlaufe des Studium, spätestens aber mit dem Berufseinstieg mit der harten Wahrheit konfrontiert zu werden: im Mittelpunkt steht viel zu oft weniger das Wohlergehen der Patienten, sondern ganz praktische ökonomische Gesichtspunkte. Das kann schon mal zu Desillusionierung führen.

Und was ist nun die Lösung?

New Work ist zunächst also kein simpler Maßnahmenkatalog, sondern eher eine grundlegende Geisteshaltung, die wir einnehmen, wenn wir konkrete Ideen und Konzepte umsetzen wollen. Es braucht Bedürfnisorientierung, Kreativität und Mut, um Vorstellungen zu entwickeln, auszuprobieren und zu verbessern.

“Innovation distinguishes between a leader and a follower.”

Steve Jobs

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